Die Posterausstellung des Internationalen Netzwerks Gesundheitspolitik als Handouts zum Download.
Haben kleine Länder es leichter, wenn es um die politische Umsetzung innovativer Ideen geht? Diesen Schluss legen die Ergebnisse des HealthPolicyMonitors nahe, mit dem
das Internationale Netzwerk Gesundheitspolitik gesundheitspolitische Entwicklungen in 20 Industrieländern beobachtet ...
Auch einige politikwissenschaftliche Theorien gehen in diese Richtung: Auf der "Logik des kollektiven Handelns" (1965) von Mancur Olson basiert die These, dass kleine Länder rascher auf
politische und technologische Veränderungen reagieren und schneller einen Konsens über neue Lösungen finden können. Bei der "Financial Times Deutschland"-Konferenz
"Gesundheitswirtschaft" stellte das Netzwerk am 11. und 12. März in Berlin einige seiner Ergebnisse in einer Posterausstellung vor - mit einem Schwerpunkt auf Innovationen in kleinen
Ländern.
Betrachtet man im HealthPolicyMonitor die innovativsten Ansätzen der vergangenen Jahre, zeigen sich unter anderem drei Länder als besonders einfallsreich und konsensfähig: Neuseeland, Estland und Israel. Ein Grund dafür sind die übersichtlicheren Strukturen, die Einwohnerzahlen von 1,5 bis 7 Millionen meist mit sich bringen.

Aber jedes Land hat auch einen eigenen Antrieb für Innovation. So musste Estland nach 1989 das Gesundheitswesen komplett neu aufbauen und setzte dabei ganz auf neue Technologien. Resultat ist eines der ambitioniertesten Gesundheitsinformationssysteme der Welt. Noch in diesem Jahr soll jeder Este in diesem System eine persönliche Patientenakte erhalten. Dort sind in Zukunft von Diagnosen über Röntgenbilder und Laborergebnisse bis hin zu Verschreibungen alle lebenswichtigen Informationen gespeichert und können mit der Einwilligung des Patienten vom Arzt eingesehen werden.
In Israel wiederum sind die vier Krankenkassen auch für die Versorgung ihrer jeweiligen Versicherten zuständig: Beim Wettbewerb um Versicherte achten sie daher auf hohe Versorgungsqualität. Die Kassen erproben neue Weiterbildungsprogramme für ihre Ärzte und Pflegekräfte mit Blick auf die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten. Die Fachkräfte in der Primärver-sorgung werden so kontinuierlich fortgebildet - beispielsweise im Erkennen und Behandeln psychischer Erkrankungen, in Palliativversorgung oder in Fragen der Frauengesundheit.
Über diese und weitere Beispiele informierte eine Posterausstellung des Internationalen Netzwerks Gesundheitspolitik die Teilnehmer der FTD-Konferenz Gesundheitswirtschaft 2008.
Die FTD-Konferenzen bringen halbjährlich kreative Unternehmer und inno-vationsfreudige Mediziner aus allen Sektoren der Gesundheitsbranche zusammen. Das Internationale Netzwerk
Gesundheitspolitik war zum vierten Mal dabei. Es ergänzte den deutschlandweiten Ideenpark - einen Wettbewerb innovativer Köpfe, Produkte und Methoden, dessen Jury Projektleiterin Sophia
Schlette angehört - mit Good-Practice-Beispielen aus anderen Ländern.
Die Posterausstellung des Internationalen Netzwerks Gesundheitspolitik als Handouts zum Download.
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