Wie kann man ältere, pflegebedürftige Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden betreuen? Wie können Schnittstellenprobleme in der Gesundheitsversorgung gelöst werden? Wie kann man Patienten verlässlich und verständlich über die Qualität von Ärzten und Krankenhäusern informieren? Und: Was tun gegen die Zunahme psychischer Erkrankungen, die heute bereits der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit sind? ...

Das Internationale Netzwerk Gesundheitspolitik hat bei der Konferenz "Gesundheitswirtschaft" der Financial Times Deutschland in Berlin Antworten auf diese Fragen geliefert. Am 13. und 14.
März 2007 zeigte das Projekt der Bertelsmann Stiftung mit einer Posterausstellung, wie andere Länder mit innovativen Ideen den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen
unserer Zeit begegnen.
Ein Beispiel: Der nationale Aktionsplan für psychische Gesundheit in Australien. Das Land reagiert auf die Zunahme psychischer Erkrankungen, indem jeder Betroffene von zwei persönlichen
Betreuern begleitet wird. Der "clinical care coordinator" weist den Weg durch das komplexe Versorgungssystem und der "community care coordinator" kümmert sich darum, dass der Patient
bestmöglich in das gesellschaftliche Leben eingebunden wird. Interessant sind diese Ansätze für das deutsche Gesundheitssystem, da auch hierzulande das fragmentierte System den Zugang
zu optimaler Versorgung und Betreuung für psychisch kranke Menschen erschwert. Zwar ist eine bessere Versorgung bei Depressionen das sechste nationale Gesundheitsziel, doch ein umfassender
Aktionsplan ist derzeit noch nicht im Gespräch.
Die FTD-Konferenzen bringen halbjährlich kreative Unternehmer und innovationsfreudige Mediziner aus allen Sektoren der Gesundheitsbranche zusammen. Die Kooperation mit dem Internationalen
Netzwerk Gesundheitspolitik hat dabei bereits Tradition: Zum dritten Mal informierte das Netzwerk bei einer FTD-Konferenz über internationale Best-Practice-Beispiele.